<![CDATA[Tatzes Merchandise und Review Blog]]> 60 Sun, 03 Dec 2017 15:52:55 CET <![CDATA[Dragon Ball Daizenshuu 10 (Artbook)]]> Dragon Ball Daizenshuu 10

 

Eckdaten:

Originaltitel: Dragon Ball Daizenshuu TV Animation Part 3

Titel in Kanji: Dragon Ball大全集 TV Animation Part 3

Zeichner: Akira Toriyama, bzw. Toei Animation

Verlag: Shueisha

Erscheinungsdatum: 10.7.1996

Seitenzahl: 121

Preis: 980¥ (~7,35€ - damaliger Neupreis)

ISBN-Nummer: 4-08-102019-1

 

Über das Artbook:

Mit anderthalb Jahren Verspätung (zu den Review der Vorgänger) schaffe ich es endlich mal mich dem letzten Daizenshuu zu widmen – tut mir wirklich leid, dass ich das so lange habe schleifen lassen.

 

Wie der Titel sagt, befasst sich das letzte, als Softcover erschienene, Daizenshuu mit dem Rest der bis dato vorhandenen Animationen – also den Folgen 269 bis 291 und dem damals noch recht frisch erschienenen Dragon Ball-Movie Saikyou e no Michi (Der Weg zur Macht), der zum 10jährigen Jubiläum produziert wurde.

Die Rückseite des Daizenshuu Das Cover ohne Schutzumschlag

Der Enzyklopädie geht wieder ein doppelseitiges Poster voran – auf dem einen sieht man eine ganze Menge an Charakteren; und ich behaupte an dieser Stelle mal, dass es tatsächlich alle Charaktere sind, die bis dato vorgekommen sind. Auf dem zweiten Poster ist Goku mit den vier großen Erzfeinden der Serie zu sehen.

Der Schmutztitel zeigt diesmal das bekannte Bild von Goku, welches auch auf dem Cover des 42. Bandes von Dragon Ball abgebildet war.

Auf diesem Poster tummeln sich alle Charaktere des Dragon Ball-Universums Goku und die vier großen Feinde aus Dragon Ball und Dragon Ball Z Goku verabschiedet sich

Der Inhalt teilt sich wieder in schöne Kapitel ein und beginnt mit den Super Battle Scenes und The final Battle – in diesem Kapitel bekommt man noch mal einen Einblick in alle Kämpfe gegen Boo und auch den Kampf vom 28. Tenkaichi Budoukai/Großen Turnier gegen Uub kann man noch mal nachlesen.

An diesen Part schließt sich der erste Part der Animation Gallery an und zeigt uns wieder schöne Bilder aus der Serie und den Movies.

Die Kämpfe gegen Boo werden noch mal beleuchtet Goku kämpft gegen Boos Wiedergeburt Uub In der Animation Gallery gibt es viele Bilder

Im Kapitel Perfect Note geht es komplett um den Film Der Weg zur Macht und zeigt uns neben vielen Szenen noch eine Menge an Infos und Memoranden des Regisseurs. Ebenfalls gibt es auf einer Seite einen kleinen Einblick an Goodies, die es zu dem Film gab (Poster, Postkarten, etc.)

Infos und Bilder zum Film "Der Weg der Macht"

Darauf folgt das Kapitel Animation’s Gleaning in dem man – bebildert und gespickt mit Infos und Notizen – von der Planung, über das Animieren, bis hin zum Sound einen Einblick in die Arbeit eines Studios bekommt. Daran schließt sich eine einzelne Seite der Sparte Variety of DB an, von der es in jedem Band bereits Seiten gab – diese zeigt diesmal den „Aufbau“ der Saiyajins (Klassen, die Erklärung warum sich viele Saiyajins so ähnlich sehen usw.)

Der zweite Part der Animation Gallery folgt auf dem Fuße und endet mit einer erneuten Seite aus Variery of DB – auf dieser ist ein „Stammbaum“ an Super Saiyajins zu sehen, mit Erklärung wer welche Stufe erreicht hat und warum.

Man bekommt einen Einblick in die Arbeit eines Studios Ein "Stammbaum" an Super Saiyajins

Im Kapitel Original Battle Collection werden noch mal kurz Kämpfe aus den Filmen und der Serie angerissen bevor sich das letzte Kapitel Super Voice Talks anschließt und das Daizenshuu mit Interviews einiger Seiyuus (Synchronsprecher) beendet. So kann man z.B. etwas von Masako Nozawa (unter anderem Goku und Gohan), Hirumi Tsuru (Bulma), Toshio Furukawa (Piccolo) und Ryou Horikawa (Vegeta) lesen.

Eine Übersicht über die Kämpfe Interviews mit den Synchronsprechern schließen den Band ab

Damit wurde mit den Daizenshuu alles wissenswerte über das Dragon Ball-Universum zusammengetragen, was es bis dato gab – geballte Infos und eine Menge Bilder begleiteten einen durch die zehn Bände.

 

Obwohl der letzte Band – genau wie die beiden Cardass Perfect Files – ein Softcover ist, so ist die Qualität von Druck und Bindung wieder einfache spitze. Die Farben strahlen auf dem Hochglanzpapier und auch der Schutzumschlag wurde hier in Hochglanz gedruckt, was ebenfalls nur den Softcovern vorbehalten ist.

 

Eigene Meinung:

Mit diesem „Artbook“ schließt sich dann die Daizenshuu-Reihe ab (aber keine Sorge, ein paar andere Dragon Ball-Artbooks habe ich noch in petto) und ich kann nur wiederholen, was ich bereits bei den Vorgängern schrieb: die Bücher sind durchweg informativ und machen auch einfach beim Durchblättern Freude. Als altes Fangirl kann ich mich dafür mehr als nur begeistern und habe den Kauf der Reihe nicht bereut.

Für Fans, die geballtes Wissen und Hochglanzbilder wollen, kann ich nur eine Kaufempfehlung aussprechen =)

 

Und weil ich so begeistert bin, bekommt das Artbook auch wieder 5 von 5 Dragon Balls von mir ;)

 

Weitere Bilder:

Gogeta frisch "geboren" Goku bedankt sich für die Treue der Fans 

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Sun, 26 Nov 2017 13:11:51 CET <![CDATA[Shuriken & Faltenrock (Manga)]]> "Shuriken & Faltenrock" - Band 1 & 2 (komplett)

 

Eckdaten:

Originaltitel: Shuriken to Pleats

Titel auf Japanisch: 手裏剣とプリーツ

Story & Zeichnungen: Matsuri Hino

Verlag: Carlsen

Erscheinungsdatum: 11/2016 bis 2/2017 (in Japan 7/2014 bis 7/2015)

Preis: 6,99€ [D]; 7,20€ [A]

ISBN: 978-3-551-71944-7

Anzahl der Bände: 2 (abgeschlossen)

 

Über den Manga/Mangaka:

Shuriken & Faltenrock ist ein, bei uns, neueres Werk aus dem Shoujo-Genre dem ich mich heute zuwende. Doch vorerst was zur Zeichnerin dahinter:

Das Cover des ersten Bandes

Matsuri Hino wurde am 24. Januar in Sapporo auf der Insel Hokkaido geboren. Über sie selbst ist leider fast nichts bekannt, deswegen stütze ich mich hier lediglich auf ihre Veröffentlichungen.

Seit 1995 widmet sie sich dem Mangazeichnen und hatte ihr Debüt mit einer Kurzgeschichte namens Kisu no honto no imi wo oshiete, für die sie direkt einen Preis für Nachwuchskünstler gewann – ebenso mit ihrer zweiten Kurzgeschichte Kono Yume ga Sametara, die im selben Jahr erschien.

Von 1999 bis 2002 arbeitete sie an Toraware no Mi no Ue, dessen 5 Bände Carlsen bei uns unter dem Titel Gefangene Herzen von 2010 bis 2011 veröffentlichte. Danach arbeitete sie ein gutes Jahr an Merupuri: Der Märchenprinz, welcher als erster Manga von ihr im deutschsprachigen Raum verlegt wurde und damit den Grundstein für ihre Bekanntheit legte (2005 bis 2006; Panini).

Ihre bekannteste Serie Vampire Knight startete sie 2004 und beendete sie nach 19 Bänden im Jahre 2013 – veröffentlicht wurde das Werk bei uns von Carlsen von 2007 bis 2015; damit war ihr der internationale Durchbruch vollends gelungen. Auf den Hype um die Vampire folgten dem Manga drei Light Novel und auch ein Artbook nach, ebenso wurden zwei 13teilige Serien dazu produziert (Vampire Knight und die Fortsetzung Vampire Knight Guilty). Seit 2013 arbeitet sie am Nachfolgewerk Vampire Knight Memories das bisher 2 Bände umfasst.

Parallel arbeitete sie an den Light Novel mit, sowie an ihrem One-Shot Wanted (deutscher Titel Pirat gesucht!; 2008 bei Carlsen erschienen) und der Kurzgeschichte Yoshihime to Ushio.

Die Rückseite des Manga

 

Da die beiden Bände noch recht frisch bei uns erschienen sind, sollte man keine Probleme haben sie neu oder gebraucht zu bekommen.

 

Inhalt:

Während der Meiji-Restauration, bei der sich ganz Japan im Umbruch befand, wurden die Dienste der Samurai und Ninja immer weiter abgeschafft und so begannen viele von ihnen im Untergrund zu arbeiten. Um ihren Lebensunterhalt weiter verdienen zu können zog es viele Ninja-Familien ins Ausland; so auch die Vorfahren von Mikage Kirio, einer jungen Ninja-Kriegerin.

Ihr Vater leitet die Shadow Village Company und so wurde sie bereits von klein auf gedrillt – das beinhaltet neben dem Kämpfen auch das abstellen und zeigen jeglicher Gefühle.

Die Meiji-Restauration zwang viele Ninja ins Ausland Mikage arbeitet als Bodyguard bei dem englischen Geschäftsmann James Rod

Mikage arbeitet für den englischen Geschäftsmann James Rod und schützt ihn vor Attentätern und anderem. Doch Mikage empfindet mehr für diesen Gentleman, der ihr Vater sein könnte, als sie zugeben mag und das macht es ihr manchmal schwer richtig zu reagieren – dafür bekommt sie von ihrem Vater dann auch einen Rüffel und er droht ihr, sie erneut auf die Akademie zu schicken sollte sie sich nicht zusammenreißen.

Sie ist ausgebildete Ninja und tut alles für ihren Meister Doch all zu oft lässt sie sich von ihren Gefühlen leiten und bekommt dann einen Rüffel von ihrem Chef, der gleichzeitig ihr Vater ist

Mikage versucht also ihre Gefühle nach hinten zu stellen, doch auch ihr Meister, wie sie Mr. Rod nennt, scheint große Sympathien für sie zu hegen – eines Abends sagt er ihr, dass er sie gerne adoptieren würde. Seine Frau und Tochter, die beide bei einem Attentat ums Leben kamen, waren ebenfalls Japanerin bzw. Halbjapanerin und er liebt das Land der aufgehenden Sonne. Er möchte, dass sie eine normale Schülerin wird und das Ninja-Dasein aufgibt, doch sie erklärt ihm, dass ein Ausstieg ihren Tod bedeuten würde. Mikage ist verwirrt von seinen Gefühlen und Aussagen und zieht sich erst mal zurück.

Mikage steht zwischen ihrer Pflicht und ihren Gefühlen Mr. Rod hegt seinerseits große Sympathien für das Mädchen

Am nächsten Tag besucht Mr. Rod das Grab seiner Familie und wird dort das Opfer eines Anschlags. Das stürzt das Mädchen in tiefe Trauer und sie versucht seinem Wunsch nachzugehen und reist nach Japan um dort eine normale Schülerin zu werden. Laut ihrem Vater hat Mr. Rod ihr Gehalt auf Lebenszeit bereits bezahlt und scheint auch selbst damit kein Problem zu haben – so lässt er seine Tochter ziehen.

In Japan trifft sie auf Mahito, den Spross einer einflussreichen Familie, und rettet ihn vor einigen Ninja – direkt bittet er sie darum für ihn zu arbeiten und ihn zu beschützen, doch Mikage möchte einfach ein normales Leben führen...

Nach Mr. Rods Tod fliegt Mikage nach Japan um ein neues Leben anzufangen Doch ungewollt gerät sie zwischen die Fronten eines dortigen Krieges

Was hat es mit den Anschlägen auf Mahito auf sich? Zudem erfährt Mikage, dass er ihren Meister gekannt haben soll – so wird sie in eine größere Geschichte verstrickt und rückt einem großen Geheimnis auf die Pelle. Hat etwa ihr Meister damit was zu tun und kann sie Mahito beschützen?

Das und mehr erfahrt ihr in Shuriken & Faltenrock =)

 

Eigene Meinung:

Der zweibändige Shoujo-Manga hatte mich optisch angesprochen und so griff ich im Laden mal zu den beiden Bänden. Ich hatte davor noch nie etwas von Matsuri Hino gelesen und bin auch allgemein nicht so bewandert bei den neueren Shoujo-Werken, so dass ich natürlich auch Vampire Knight & Co. von ihr nicht kenne.

 

Der Manga entwickelte sich allerdings in eine etwas andere Richtung, als ich erwartet hatte und die Story bleibt meiner Meinung nach doch recht flach. Auch konnte ich nicht wirklich eine großartige Sympathie für Mikage und die anderen Personen aufbringen, da ich das Gefühl hatte auf ihre Charaktere wird nicht genug eingegangen. Natürlich ist es immer schwerer bei einer kurzen Serie eine gute Story und tiefgründige Charaktere zu schaffen, aber leider waren die mir absolut nicht sympathisch – zwar auch nicht unsympathisch, aber irgendwie sprang der Funke einfach nicht über.

 

Die Story selbst schreitet zügig voran und wirft einen von England nach Japan, wo sie überwiegend spielt. Das Paneling und der allgemeine Aufbau des Manga ist sauber und man weiß schnell an welchem Ort und in welcher Zeit man sich gerade befindet.

Der Zeichenstil ist mit seinen vielen feinen Linien, großen Kulleraugen und wehenden Haaren eindeutig als Shoujo auszumachen und traf bei mir überwiegend den richtigen Geschmack – zeichnerisch kann man Matsuri Hino hier loben, sie schafft Gesichtsausdrücke, Posen und Details sehr sauber und schön darzustellen. Der Manga ist sehr Rasterfolienbelastet, was in manchen Szenen durchaus gut zur Geltung kommt, bei mir aber oft das Gefühl des Überladenseins zurück lässt.

 

Druck und Bindung sind hier, wie nicht anderes von Carlsen zu erwarten, sauber und auch die Cover wurden vom japanischen Original übernommen.

 

Für Fans von Matsuri Hino ist dieser Manga sicher ein Must-have, Leser die auf einen leicht actionlastigen Shoujo-Manga stehen können sich sicher auch dafür begeistern, allen anderen empfehle ich mal einen Blick rein um sich selbst zu überzeugen, ob er was für sie ist.

 

Bei mir reicht es leider nur für 3 von 5 Shuriken =)

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Mon, 13 Nov 2017 17:11:58 CET <![CDATA[Dr. Slump (Manga)]]> "Dr. Slump" Band 1 bis 18 (komplett)

 

Eckdaten:

Titel auf Japanisch: Dr. スランプ

Story & Zeichnungen: Akira Toriyama

Verlag: Carlsen

Erscheinungsdatum: 6/2000 bis 2/2002 (in Japan 1/1980 bis 8/1984)

Preis: 9,95DM bzw. 5€

ISBN: 978-3-551-74461-0

Anzahl der Bände: 18 (abgeschlossen)

 

Über den Manga/Mangaka:

Mit Dr. Slump wende ich mich endlich einem Werk meines absoluten Favoriten unter den Mangaka zu: Akira Toriyama!

Das Cover des ersten Bandes

Geboren am 5. April 1955 in der Präfektur Aichi auf Honshu konnte sich Akira Toriyama bereits als Kind für Comics, Manga und Zeichentrickfilme begeistern. Walt Disneys 101 Dalmatiner beflügelten ihn dazu selbst zu zeichnen und anfänglich hangelte er sich viel an Manga wie Astro Boy entlang, was in seinen älteren Werken deutlich zum Vorschein kommt (z.B. das Design von Obotchaman aus Dr. Slump).

Er schloss 1974 seine Ausbildung als Designer ab und entwarf danach drei Jahre lang für eine Designfirma Werbeposter und anderes. Seit 1977 hat er sich dem Mangazeichnen stärker verschrieben und reichte seine Werke beim Monthly Young Jump-Award ein – die beiden ersten Werke Awawa World und Nazo no Rain Jack wurden allerdings damals nicht abgedruckt und erst 1982 und 1983 in seinem Fan Club Newsletter Bird Land Press veröffentlicht.

Seine erste veröffentlichte zweiteilige Kurzgeschichte war Wonder Island die er zwischen 1978 und 1979 zeichnete und die schließlich in dem Magazin Weekly Shounen Jump abgedruckt wurde.

Mit Dr. Slump gelang ihm 1980 schließlich der große Durchbruch – das merkte man daran, dass die Serie eigentlich gar nicht so lange geplant war, die Fans aber nach weiteren Abenteuern von Arale & Co. riefen. Nach 4 Jahren Arbeit beendete er die Serie mit dem 18. Band und startete direkt im Anschluss sein größtes Werk: Dragon Ball.

Während der Arbeit an Dr. Slump und Dragon Ball zeichnete er viele One-Shots (Kurzgeschichten), darunter Pola & Roid, Mad Matic, den Akira Toriyama Zeichenkurs, Tongpoo no Daibouken und natürlich den Vorreiter zu Dragon Ball: Dragon Boy.

Nach dem Ende von Dragon Ball widmete er sich vermehrt Geschichten die in Einzelbänden veröffentlicht wurden und weiteren One-Shots, z.B. Cowa!, Kajika, Neko Majin, Sandland und auch Kooperationsprojekten wie Sachie-chan Gū!! und Jiya, welche er beide mit Masakazu Katsura (u.a. Video Girl Ai, DNA2, Zetman) veröffentlichte.

In Toriyamas Werken dominieren die Genre Action, Adventure und Comedy deutlich, aber auch Romance und Drama in Maßen weiß er zu verwenden.

Er wirkte auch viel selbst an den Anime-Umsetzungen seiner Werke mit – ausgenommen Dragon Ball GT – ebenso an der Handlung für den aktuell laufenden Manga und Anime zu Dragon Ball Super (Zeichnungen des Manga von Toyotaro).

Auch im Spieledesign war sein Können gefragt, so zeichnet er u.a. seit 1986 für die Dragon Quest-Reihe, Chrono Trigger und Blue Dragon – durch seinen unverkennbaren Stil fallen einem die Monster- und Charakterdesigns sofort ins Auge.

Die Rückseite des Manga

Da Dr. Slump selbst auf dem deutschsprachigen Markt zu den älteren Semestern gehört kann man die Bände leider nicht mehr neu kaufen, sondern muss auf die gebrauchte Variante zurückgreifen. Einen Großteil der Bände bekommt man recht günstig, für manche muss man teilweise den doppelten oder dreifachen Neupreis hinblättern.

 

Inhalt:

Der etwas schusselige Erfinder Senbei Norimaki ist 28 Jahre und immer noch single – um sich das Leben etwas zu vereinfachen beschließt er sich eine Roboterfrau als Haushälterin zu bauen, die für ihn kochen und putzen soll. Leider floppt das Projekt ein wenig und heraus kommt das super-starke Robotermädchen Arale, das anstelle von Hausputz lieber Unfug macht; außerdem stellt sich heraus, dass sie schlechte Augen hat und deswegen eine Brille benötigt.

Senbei Norimaki hat den Plan sich die perfekte Frau zu bauen allerdings ist das auch mit Komplikationen verbunden

Natürlich soll in Pinguinhausen – dem Heimatort der beiden – geheim bleiben, dass Arale ein Roboter ist und so muss Senbei manchen Kommentar oder manche Aktion von ihr mit einem Spaß überdecken. Er stellt sie bei seinen Freunden als seine jüngere Schwester vor und behauptet sie wäre 13 Jahre alt – natürlich sorgt das bei ihrer Größe und ihrem Verhalten für Verwirrung und Unglauben unter den Bekannten von Senbei.

Die etwas naive Arale plappert natürlich fröhlich die Wahrheit heraus, während Senbei das wieder geradebiegen muss

Und natürlich muss Arale dann auch die Schule besuchen, was für weitere Komplikationen sorgt - so lernt sie schließlich noch Akane, Taro, Pisuke und die Lehrerin Midori Yamabuki kennen. Mit der Gruppe von Akane freundet sich das Robotermädchen mit ihrem eigenen Charme schnell an und wird ein Mitglied ihrer „Gang“.

In der Schule lernt Arale Akane kennen und hängt sich an sie Mit ihrem persönlichen Charme wird sie in der Gruppe von Akane, Taro und Pisuke aufgenommen

Bald fällt Arale auf, dass ihr etwas ganz wichtiges fehlt und das stürzt den Doktor in die nächste Bredouille – wie soll er ihr das bauen, wenn er es noch nie selbst gesehen hat?! Aber ihm fällt eine Erfindung ein, mit der er das Problem eventuell lösen und einigen Unfug treiben kann.

Doch Arale ist nicht ganz perfekt wie es scheint das stürzt den Doktor in ein erstes Problem

So reiht sich in Dr. Slump ein humorvoller kurzer Sketch an den anderen, Toriyama schont dabei seine Charaktere und deren Nerven nicht im Geringsten und weiß auch wie man den Leser auf die Schippe nehmen kann.

Die gesammelten Abenteuer mit viel Witz und Action könnt ihr bei Dr. Slump nachlesen.

Die Bände sind gespickt mit Bildern, Quizzen und Informationen rund um Toriyamas Werke, seinen Hobbys und sogar etwas von seinem Privatleben

 

Eigene Meinung:

Dr. Slump befindet sich seit der deutschen Veröffentlichung in meiner Sammlung und wurde von mir direkt nach Dragon Ball verschlungen. Dazu muss ich sagen, dass mir damals manche Sketche eher auf die Nerven fielen als dass ich sie wirklich lustig fand und ich war froh, dass die Serie mit 18 Bänden abgeschlossen war. Inzwischen möchte ich die Serie natürlich nicht mehr missen, denn der Slapstickhumor von Toriyama ist einfach genial und bringt mich doch immer wieder zum Schmunzeln.

 

Arale ist ein liebenswerter Charakter mit zwar einigen seltsamen Hobbys (z.B. Kacke auf Stöcke pieken), aber mit dem Herz am rechten Fleck. Neben ihr und Senbei lernt man noch einige andere Charaktere – sowohl Freunde als auch Feinde – kennen und bald ist es völlig normal, dass dieses etwas freakige Robotermädchen unter den Menschen in Pinguinhausen lebt. Mit ihren Aktionen sorgt sie dabei immer für Furore in dem Städtchen und etliche Lacher beim Leser.

 

Die meisten Kapitel sind in sich selbst abgeschlossen, aber Toriyama lässt immer wieder Erfindungen von Senbei in den passenden Situationen aufleben – z.B. der Time-Slipper mit dem Arale und ihre Freunde oft Reisen in die Vergangenheit machen. Manchmal hat Toriyama auch längere Geschichten parat gehabt und dann durchaus bis zu 6 Kapitel dafür aufgewendet.

Der Manga eignet sich dadurch perfekt für zwischendurch und auch nach längerer „Abstinenz“ kommt man schnell wieder in die Geschehnisse und Charaktere rein.

 

Die Kapitel des Manga sind kurz und knapp aufgebaut und bringen den Inhalt in der Regel schnell zum Punkt – oft auch erst im letzten Panel was dann die Pointe des Kapitels ist. Ansonsten zeichnet Toriyama sauber und man weiß immer direkt zu welcher Zeit und/oder an welchem Ort man sich befindet.

Zeichnerisch kann man sich über den Stil natürlich genau so streiten wie bei jedem anderen Werk auch – manchem, der erst später mit Manga angefangen hat, mag der Stil eher kindlich und wie ein Malbuch vorkommen, da Toriyama nur wenig Rasterfolie, dafür aber viele saubere eindeutige Linien verwendet. Gerade dieses saubere gefällt mir daran und seine Charaktere sehen eigentlich alle niedlich aus (besonders alles was irgendwie tierisch aussieht). Ich persönlich mag diesen Stil zwar total, finde aber dass er trotzdem auch für mich nicht zum „Dauerlesen“ geeignet ist.

 

Druck und Bindung muss ich hier hoch loben – der Manga hat jetzt schon 17 Jahre auf dem Buckel und wurde von mir einige Male gelesen (und musste auch einige Umzüge überstehen) und sieht trotzdem noch sehr gut aus; es gibt keine Lesefalten am Rücken oder ein Ableben des Leims zu vermerken (natürlich ist das auch dem eigenen Umgang geschuldet und kein Garant für andere Handabung).

 

Für Fans von Toriyama ist dieser Manga natürlich ein Muss, allen anderen kann ich nur empfehlen reinzuschauen, wenn sie humorvolle liebenswerte Charaktere kennenlernen möchten und gerne über deren Aktionen lachen. Natürlich ist dies auch dem persönlichen Geschmack geschuldet – es gibt durchaus Leute die mit dem Humor von Toriyama nichts anfangen können ;)

 

Ich vergebe ihm allerdings satte 4 von 5 Kackhäufchen =)

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Mon, 23 Oct 2017 10:58:43 CEST <![CDATA[Area D (Manga)]]> "Area D" Band 1 bis 14 - komplett

 

Eckdaten:

Originaltitel: Area D: Inou Ryouiki

Titel auf Japanisch: Area D 異能領域

Story: Kyouichi Nanatsuki

Zeichnungen: Yang Kyung-Il

Verlag: Carlsen

Erscheinungsdatum: 2/2014 bis 5/2017 (in Japan 3/2012 bis 1/2016)

Preis: 6,95€ [D], 7,20€ [A]

ISBN: 978-3-551-75466-0

Anzahl der Bände: 14 (abgeschlossen)

 

Über den Manga/Mangaka:

Mit Area D wende ich mich einem Kooperationsprojekt zweier Männer zu, von denen der Zeichner im deutschsprachigen Bereich durchaus schon bekannter sein dürfte – der Autor hatte da nicht ganz so viel Glück und muss sich mit insgesamt zwei Veröffentlichungen hierzulande begnügen.

Das Cover des ersten Bandes

Kyouichi Nanatsuki, der für die Geschichte verantwortlich ist, wurde am 30. Juli 1968 in Hokkaido geboren – leider ist über sein Leben und seinen Werdegang nur wenig bekannt deswegen stütze ich mich auf seine Veröffentlichungen.

Bereits in den frühen 90er Jahren veröffentlichte er zusammen mit Mangazeichnern diverse Werke, darunter auch Arms (1997), von welchem die ersten fünf Bände ab 2003 bei Panini/Planet Manga erschienen sind und das dann leider abgebrochen wurde. Dies war auch leider seine einzige Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum bis Area D zu uns herüber schwappte.

Bis zum heutigen Tag wirkt er an vielen Manga als Autor mit, unter anderem an Yami no Aegis (2000) und dessen Nachfolger Akatsuki no Aegis (2008), X-Gene (2001), 8 Man Infinity (2005), Void (2008) und sogar an Pocket Monster BW – Good Partners (2013).

2014 schrieb er die Story für Area D und gemeinsam mit Yang Kyung-Il startete er das Projekt.

Die Rückseite des Manga

Der Zeichner Yang Kyung-Il wurde am 26. März 1970 in der Republik Korea – oder bei uns umgangssprachlich eher als Südkorea bekannt – geboren und lebt in Incheon. Sein zeichnerisches Debüt hatte er 1993 im koreanischen Magazin Weekly Shounen Champ mit dem Manga Little Demon Mythology Chronicle. Er mag Videospiele, die chinesische Küche und ist ein Fan von Julia Roberts.

So wie sich Kyouichi Nanatsuki nur auf die Story konzentriert, so widmet sich Yang Kyung-Il nur dem Zeichnen und alle seine Werke sind aus Kooperationen mit Autoren entstanden – besonders oft arbeitete er mit Youn In-Wan zusammen.

Bereits 1998 zeichnete er so zu einer Geschichte des koreanischen Autors den Manhwa Island, der seinen Weg 2002 über Panini/Planet Manga zu uns fand. 2000 begann er an Zombie Hunter zu arbeiten, welcher ebenfalls bei uns erschien – leider wurde der Manga, der in Kooperation mit einem Japaner entstand, nach vier Bänden abgebrochen.

Eines seiner bekanntesten Werke – Shin Angyo Onshi – startete er 2001 und es war ebenfalls wieder eine Kooperation mit Youn In-Wan (ebenso die Sidestory Shin Angyo Onshi Gaiden von 2007). Die 17 Bände umfassende Serie kam hierzulande bei Carlsen heraus.

Weitere Werke dieser Kooperation war der Einzelband Déjà-vu (bei Panini/Planet Manga erschienen), Burning Hell – Kami no Kuni (im August frisch bei Carlsen erschienen) und die 10bändige Serie Defense Devil (ebenfalls Carlsen). Auch der 2008 erschienene Manhwa March Story fand dank Carlsen seinen Weg zu uns.

So stellt sich heraus, dass Yang Kyung-Il bereits seit einigen Jahren auf dem deutschen Markt bekannt ist.

 

Area D ist dank seiner Aktualität (der letzte Band erschien im Mai diesen Jahres) noch in rauhen Mengen verfügbar.

 

Inhalt:

20XX: eine vor zwölf Jahren eingetretene Katastrophe hat einen Teil der Menschheit mit Fähigkeiten ausgestattet, die nicht immer unbedingt gut sind und die deswegen von den anderen Menschen gejagt und gefangen genommen werden. Diese Menschen mit den besonderen Fähigkeiten nennt man Altered und im Volksmund sind sie keine Menschen mehr sondern werden als Monster deklariert.

Eine große Katastrophe ereignete sich und machte viele Menschen zu sogenannten "Altered"

Satoru ist einer der Altered und wurde gefangen; jetzt sitzt er auf einem Schiff mit dutzenden anderen und soll zur „Insel D“ – einer Gefängnisinsel speziell für Altered – gebracht werden.

Neben den „normalen“ Gefangenen gibt es noch die Gefangenen der sogenannten S-Klasse, extrem gefährliche Altered die unter besonderen Bedingungen transportiert werden.

Jahre später werden sämtliche Altered gefangen genommen und sollen zur "Insel D" gebracht werden Doch es gibt unter den Altered auch besonders gefährliche Exemplare - die S-Gefangenen

Natürlich kommt es bei so einer Menge an Gefangenen auch immer zu Reibereien, denn manche waren in ihrem früheren Leben bereits Verbrecher und nutzen jetzt ihre Fähigkeiten um anderen zu schaden. So hat Satoru gleich unter einer Bande zu leiden, die anderen Gefangenen ihr Hab und Gut wegnimmt. Da er selbst kein großer Kämpfer ist flüchtet er vor der Bande und erfährt so von einem Mädchen, dass in einem der Container ein besonderer S-Gefangener sitzt der ihm helfen kann; doch dafür muss er seine Fähigkeit einsetzen um ihn zu befreien.

Es bilden sich sofort Banden und diese sind nur auf das Hab und Gut der anderen Gefangenen aus Satoru flieht vor einem der Gangster und bittet einen der S-Gefangen um Hilfe

Obwohl der Gefangene in dem Container ihm erst nicht helfen möchte, ist er schließlich doch etwas beeindruckt, als sich Satoru seinem Gegner stellt. Er bittet ihn darum, ihn frei zu lassen und so trifft Satoru das erste Mal auf Jin Kazaragi. Dieser hat eine ganz besondere Fähigkeit und setzt sie direkt gegen den Anführer der Bande ein.

Der S-Gefange Jin Kazaragi tritt auf den Plan

Natürlich schaltet sich die Wache des Schiffs direkt ein und sperrt die Aufrührer in eine andere Zelle. Dort sehen sie sich einer neuen Gefahr konfrontiert.

Können Satoru, Jin und die anderen neuen Freunde sich aus dieser Situation befreien? Und wie wird es wohl erst auf der Insel sein mit so vielen Altered auf einem Haufen? Das und viele weitere spannende Kämpfe erwarten euch in Area D =)

 

Eigene Meinung:

Area D hatte mich vor allem vom wegen dem Zeichenstil angesprochen aber auch die Story klang für mich sehr interessant – so kam ich am Kauf dieser Serie nicht vorbei und sie unterhielt mich wirklich gut.

 

Die Erlebnisse der Gruppe um Satoru und Jin fängt auf dem Schiff erst an und weitet sich auf der „Insel D“ noch richtig aus. Man kann hier durchaus von einem fast klassischen Fighting-Shounen-Manga reden, da der Großteil der Geschichte aus Kämpfen besteht, die trotzdem nicht langweilig werden. Die Gruppe bekommt auch weiteren Zuwachs und erweitert so das Kampfspektrum, zudem werden einem auch immer wieder Brotkrumen zum Hintergrund der Altered und der Insel hingeworfen, denen man gerne nachgehen möchte.

Veränderungen der Charaktere sind leider nur bei wenigen drin, da es doch primär um Jin und seine Geschichte geht, aber gerade Satoru macht große Sprünge in der Charakterentwicklung; und das bedeutet ja nicht zwingend, dass die anderen Charaktere langweilig wären.

 

Natürlich klingt es erst mal nicht besonders spektakulär, dass Menschen besondere Fähigkeiten bekommen, das ist ja ein fast allgegenwärtiges Thema in Anime und Manga – trotzdem hat es mich überzeugen können und gut unterhalten.

Einzig über das Ende des Manga kann man sich streiten, weil das irgendwie schnell hin gewerkelt wirkt – ich persönlich hätte mir da etwas mehr gewünscht.

Alles in allem ist der Manga aber spannend und sauber aufgebaut – man liest ihn eigentlich recht schnell und flüssig und Orts- und Zeitsprünge wurden gut dargestellt.

 

Wie oben schon erwähnt, gefiel mir besonders der Zeichenstil von Yang Kyung-Il (zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher noch keinen Manga von ihm gelesen habe) – seine Art Haare und Kleidung zu zeichnen hat mir besonders gefallen, auch wenn gewisse Dinge am Anfang gewöhnungsbedürftig waren (die Beine werden z.B. nach unten hin sehr dünn und er zeichnet recht kleine Füße, aber das verbuche ich unter dem Punkt „eigener Stil“). Den Einsatz von feinen Strichen und dicken Linien im richtigen Moment kann man bei ihm sehr gut sehen und auch Rasterfolie wird gut eingesetzt.

 

An Druck und Bindung kann ich auch hier nicht meckern – die Verleimung ist gut und die Cover und Farbseiten strahlen richtig. Natürlich sind auch die schwarz-weißen Seiten gut gedruckt worden.

 

Für Leute die auf kampflastige Manga stehen ist dieser hier sicher kein Fehler – den unentschlossenen rate ich mal reinzuschauen und sich ansonsten einfach vom Manga selbst überzeugen zu lassen ;)

 

Der Manga bekommt von mir 4 von 5 Altered =)

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Sat, 16 Sep 2017 15:23:50 CEST <![CDATA[Akira (Manga)]]> "Akira" Band 1 bis 6 - komplett

 

Eckdaten:

Originaltitel: Akira

Titel auf Japanisch: アキラ

Story & Zeichnungen: Katsuhiro Otomo

Verlag: Carlsen

Erscheinungsdatum: 4/1991 bis 1/1996 (in Japan 12/1982 bis 6/1990)

Preis: zwischen 19,90€ und 22,90€

ISBN: 978-3-551-74521-7

Anzahl der Bände: 6 (abgeschlossen)

 

Über den Manga/Mangaka:

Akira ist wohl einer der bekanntesten Manga auf dem deutschen Markt – selbst wenn ihn nicht jeder selbst gelesen hat, sagt einem bestimmt der Titel etwas, oder man hat die dicken Telefonbuchbände vielleicht mal im Laden gesehen.

Doch vorweg ein paar Worte zum Meister hinter der Geschichte:

Das Cover des ersten Bandes

Katsuhiro Otomo wurde am 14.4.1954 in Hasama in der Präfektur Miyagi geboren. Er widmete sich direkt nach seinem Schulabschluss dem Mangazeichnen und zog nach Tokyo. Viele kleine Kurzgeschichten wurden bereits von ihm in Magazinen veröffentlicht, doch den ersten Durchbruch in Japan hatte er 1980 mit Das Selbstmordparadies, welcher bei uns beim Alpha Verlag in drei großformatigen Bänden erschien. Von seinen vorangegangen Geschichten erschienen noch Der Feuerball und Begraben im Sand bei uns und zeigten damit, dass seine Werke durchaus Beliebtheit haben.

1982 widmete er sich dann seinem bekanntesten und längsten Werk: Akira. Er erhielt 1984 dafür den Kodansha-Manga-Preis und beendete die Serie 1990. Nach diesem Werk war sein Durchbruch in Japan endgültig geschafft und auch im Westen kam er damit zu Anerkennung. Als der Film adaptiert wurde schrieb er selbst das Skript und führte Regie.

Direkt im Anschluss an Akira begann er die Serie Sarah welche ebenfalls bei Carlsen in großformatigen Bänden erschienen und inzwischen ebenfalls recht rar ist.

Leider kamen seine anderen Werke nicht mehr zu uns, obwohl er immer noch fleißig zeichnet, wenn auch meist kürzere Geschichten – allerdings haben es noch ein paar seiner Werke in die USA geschafft.

Die Rückseite des Manga

Mit Akira etablierte sich Anfang der 1990er Jahre der Manga-Markt in Deutschland erst richtig – das merkt man noch daran, dass der Manga gespiegelt wurde, wie andere Werke aus dieser Zeit (Appleseed, What’s Michael, ...), doch das war nicht allein die Entscheidung von Carlsen. Das japanische Studio von Katsuhiro Otomo beschloss, dass der Manga in westlicher Leserichtung mehr Erfolg haben würde, als in japanischer; und so spiegelten sie den Manga höchst selbst und gaben das als Vorlage für den Manga in den Westen weiter.

Der Manga erschien damals in einer 19bändigen und komplett farbigen Ausgabe, die auf dem Erfolg des Films basierte und extra für den westlichen Markt produziert wurde – so kam diese Version bereits 1987 in den USA auf den Markt und folgte bei uns einige Jahre später. Inzwischen ist diese Ausgabe, obwohl damals kein großer Erfolg, längst vergriffen und es tummeln sich jetzt seit etwa 2000 die schwarz-weißen Ausgaben der „Telefonbücher“.

Im Dezember 2016 veröffentlichte Carlsen zum 25jährigen Jubiläum von Akira in Deutschland die farbige Gesamtausgabe als limitierte Box mit Postkarten und einer Tragetasche.

Auch in den USA erscheint demnächst (Ende Oktober) das 35th Anniversary Box Set und beinhaltet ebenfalls alle Bände als farbige Hardcoverausgabe; bei liegt dem Set auch ein Aufnäher.

 

Durch die doch recht große Beliebtheit des Manga hat man keinerlei Schwierigkeiten die Bände in neuem oder gebrauchtem Zustand zu bekommen.

 

Inhalt:

38 Jahre nach einer gigantischen Explosion, die ganz Tokyo zerstörte und die der Auslöser für den dritten Weltkrieg war, ist die Welt immer noch mit dem Aufbau beschäftig.

In Tokyo sind Kaneda und seine Kumpels gerne mit dem Motorrad in der alten Stadt unterwegs und erkunden das Gebiet – dabei werden fleißig Rennen gefahren, Drogen konsumiert und gefährliche Situationen heraufbeschworen, denn die Polizei und das Militär haben das gesamte Gebiet für die Öffentlichkeit abgeriegelt.

Eine Explosion zerstört in den 1990er Jahren ganz Tokyo Kaneda und seine Kumpels fahren gerne Rennen in dem alten Teil von Tokyo

Eines Nachts, als sie wieder dort unterwegs sind, begegnet ihnen auf der Rückfahrt nach Neo-Tokyo mitten auf der Straße ein seltsamer Junge – Tetsuo muss dem Jungen ausweichen und verunglückt dabei mit seinem Motorrad. Schwer verletzt wird er vom Militär in ein Krankenhaus gebracht und Kaneda der den seltsamen Jungen zur Rede stellen will sieht wie dieser verschwindet.

In der Schule bekommen Kaneda und seine Jungs einen Tadel – für die Gruppe nichts Neues – und auf die Frage in welchem Krankenhaus Tetsuo sei scheint niemand so recht bescheid zu wissen; also bleibt ihnen nur übrig abzuwarten.

Tetsuo muss einem seltsamen Jungen ausweichen und wird deswegen schwer verletzt

Abends treffen sie sich immer in einer Kneipe und als sie dort einen unbekannten und leicht dubios wirkenden Typen sehen, zu dem kurz darauf ein Mädchen in ihrem Alter stößt, fragen sie sich wer die beide sein könnten. Bei einem Anmachversuch seitens Kanedas bekommen sie von den beiden eins auf die Rübe und beginnen sie dann zu verfolgen. So treffen sie wieder auf den seltsamen Jungen, der eher wirkt als wäre er ein alter Mann – seine Haare sind weiß und Gesicht und Hände von Falten gezeichnet.

In einer Bar treffen die Jungs auf einen dubiosen Kerl und eine unbekannte Schönheit Kaneda & Co. verfolgen die beiden und treffen so wieder auf den seltsamen Jungen

Der Junge fühlt sich in die Ecke gedrängt und plötzlich beginnen Scheiben zu springen und Häuserteile einzubrechen – so stellt sich heraus, dass das Mädchen und der Mann nach diesem Jungen suchen; und als das Militär auftaucht flüchten Kaneda, die beiden und der seltsame Junge gemeinsam. Es stellt sich heraus, dass der Junge besondere Fähigkeiten hat und vom Militär gesucht wird. Ryu und Kei – so die Namen des Mannes und seiner jüngeren Schwester – hatten den Jungen befreit und wollen ihn jetzt beschützen. Kaneda flüchtet gemeinsam mit ihnen durch die Kanalisation, doch sie werden von einem zähen Colonel verfolgt. Ryu, Kei und Kaneda können schließlich entkommen, doch der Junge wird vom Militär geschnappt.

Der Junge hat scheinbar übersinnliche Fähigkeiten Ryu hat nach dem Jungen ebenfalls gesucht

Nach diesem Abenteuer taucht auch plötzlich Tetsuo wieder auf, doch er hat sich verändert – er ist aggressiv und zettelt überall Streit an, so auch mit Kaneda. Es stellt sich heraus, dass das Militär – allen voran der Colonel – Tetsuo suchen und etwas mit seiner Veränderung zu tun haben. Parallel bekommt man auch einen Blick auf weitere greise Kinder in der Obhut des Colonels und seinen Leuten zu sehen.

Tetsuo kehrt verändert zu den anderen zurück Der Colonel hat noch mehr so greise Kinder unter sich

Erneut trifft Kaneda auf Ryu und Kei und als der Colonel auch hinter ihnen her ist, bleibt nur eine erneute Flucht. Zum ersten Mal wird Kaneda mit dem Namen „Akira“ konfrontiert, jedoch ist bis dahin noch völlig unklar was sich dahinter eigentlich verbirgt.

 

Was steckt hinter Tetsuos Veränderung und wer sind diese seltsamen gealterten Kinder, die übersinnliche Fähigkeiten zu haben scheinen? Kann Kaneda dem Colonel entkommen und in Erfahrung bringen um was es sich bei „Akira“ handelt?

Das und mehr erfahrt ihr in dem epischen actiongeladenen Werk, das Sci-Fi, Psychodrama und übernatürliche Kräfte in sich vereint.

 

Eigene Meinung:

Akira war für mich lange ein Manga um den ich – mehr oder weniger – unbewusst einen Bogen gemacht habe, dabei ist die Geschichte sehr spannend. Ich hatte jedoch in meiner Anfangszeit der Manga (Ende der 1990er Jahre) eher andere Interessen beim Lesen und der Preis war auch so eine Sache gewesen, also schob ich den Kauf dieses Epos lange Zeit vor mir her und beschloss erst ihn mir zu holen nachdem ich mir den Film angeschaut und für sehr gut befunden hatte.

Zu sagen, dass die Geschichte nur von Kaneda, Tetsuo und diesem ominösen „Akira“ handeln würde, wäre zu primitiv ausgedrückt und gibt bei weitem nicht wider, was man in den etwa 2000 Seiten der 6 dicken Bände alles erfährt. Da gibt es diverse Stränge zu lesen, eine ganze Menge an Informationen zu verdauen und eine Vielzahl an Charakteren die mitmischen. Kaneda ist zwar der Hauptcharakter, aber doch nur einer von vielen – die Veränderung einiger Charaktere kann man sehr gut sehen und auch was wiederum ihre Aktionen mit sich bringen.

Ich denke man muss dieses Werk einfach selbst gelesen haben um zu sehen, was es alles in einem bewirken kann – mich stimmt der Manga jedenfalls nachdenklich über so Sachen wie Tests an Menschen, übersinnliche Fähigkeiten, Waffen usw.

 

Zeichnerisch sieht man dem Manga an, dass er zu den Älteren gehört, doch das tut weder dem Auge noch der Geschichte einen Abbruch – im Gegenteil sogar die Geschichte ist nach wie vor modern und könnte jederzeit wieder in einem Sci-Fi-Werk thematisiert werden, bzw. Themen wie übersinnliche Kräfte u.a. werden ja sehr häufig verarbeitet, nicht nur im Bereich Anime und Manga.

Otomo hat zwar einen – für diese Generation an Manga – recht typischen Stil, dennoch hat er Wiedererkennungswert; ebenso seine Charaktere. Er nutzt viele einzelne Striche zur Darstellung von Schatten, Falten, Verletzungen etc. – es wird aber auch viel mit Schatteneffekten gearbeitet um Stimmungen und Szenen besser hervorzuheben (in der farbigen Ausgabe kommt das natürlich alles anders rüber).

Der Manga hat einen sehr guten Spannungsaufbau und ist entsprechend gut zu lesen – eine actiongeladene Szene jagt quasi die andere, doch auch in den ruhigeren Szenen langweilt man sich nicht, da man eine Menge an Informationen aufzunehmen hat.

Das Paneling ist sauber, ich möchte fast schon sagen „steril“, und obwohl die Szenen manchmal schnell springen, so ist man doch geistig immer recht fix an Ort und Stelle.

 

Druck und Bindung sind bei diesem Werk ausgesprochen gut gelungen – der Leim schafft es problemlos das Volumen des Werkes aufzufangen und man hat nicht direkt Lesefalten am Rücken (kommt natürlich auch darauf an wie man es behandelt ;) ). Die Farbseiten am Anfang jedes Bandes kommen auf dem satinierten glänzenden Papier sehr gut raus und auch der Rest des Manga lässt da wenig Platz für Meckereien offen.

 

Wie weiter oben schon geschrieben: man sollte den Manga eigentlich selbst lesen um zu wissen, was er in einem auslösen kann. Demnach möchte ich für Leute, die mit sich hadern, erst mal den Film ans Herz legen, denn wenn dieser euch überzeugt, dann tut es der Manga erst recht. Allen anderen, die auf die eingangs erwähnten Genre stehen (und/oder den Film schon kennen), kann ich den Manga nur sehr ans Herz legen – nicht nur weil er ein Klassiker auf dem deutschen Markt ist, sondern weil er selbst überzeugt und zum Denken anregt.

 

Deswegen bekommt der Manga von mir 4 von 5 Kindern mit übersinnlichen Kräften =)

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