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Asgard (Comic)

Das Cover von Asgard

 

Eckdaten:

Originaltitel: Asgard

Story: Xavier Dorison

Zeichnung: Ralph Meyer

Verlag: Splitter

Erscheinungsdatum: 1.11.2013

Seitenzahl: 112

Preis: 22,80€

ISBN-Nummer: 978-3-86869-678-3

Anzahl der Bände: 1 (abgeschlossen)

 

Über den Comic:

Dieser über hundert Seiten starke Comic wurde bei uns mal wieder als sogenanntes „Splitter-Double“ herausgebracht und fasst die beiden Einzelbände der Originalausgabe zu einem dicken Schmöker zusammen – nicht nur für den Geldbeutel eine bessere Alternative ;)

Die Rückseite des Comics

Jeder der schon mal ein bisschen was über die nordische Mythologie gehört hat, kam automatisch mit dem Wort Asgard in Verbindung – dem Sitz der Götter. In diesem Comic ist Asgard jedoch der Name des Protagonisten, wenn auch sein Name von eben jener Götterwelt herrührt ;)

Das Vorsatzpapier ist eine Szene aus dem Anfang des Comics =)

In einer stürmischen verregneten Nacht kommt im Hause des Fischers Leif ein Junge zur Welt, dessen rechtes Bein am Knie endet – als von den Göttern gezeichnet wird so jemand Skraeling genannt und die Amme sagt Leif, dass er das Kind töten soll.

Doch Leif kann seinen Sohn nicht töten und gibt ihm statt dessen den Namen der Welt, die die Götter ihm verwehren wollen: Asgard.

Auf dem Schmutztitel ist ein Auszug aus der Edda abgedruckt und ein Bild der Midgardschlange Asgard wird als sog. "Skraeling" geboren

Vierzig Winter später ist aus Asgard bereits ein strammer erfahrener Jäger und Krieger geworden. Zufällig beobachtet er, wie ein Fischerboot von einem Ungetüm angegriffen wird, das im Volksmund gerne als Krokken (Überbegriff für sämtliche Monster) bezeichnet wird – das Thrall-Mädchen (Sklavenmädchen) Sieglind überlebt als Einzige den Angriff und wird von Asgard ohnmächtig am Strand aufgelesen.

Vierzig Jahre später ist er ein bekannter Jäger, Fischer und Krieger

Er bringt sie in ihr Dorf zurück und bietet dort den Leuten an, den Krokken für 1000 Silberstücke zu töten, da dieser bereits viele Fischer getötet hat – natürlich hat das kleine Fischerdorf nicht die Mittel um Asgard, genannt „Eisenfuß“ (er hat eine Prothese aus Eisen), zu bezahlen, doch der König der Gegend sandte unlängst seinen Diener Gözlin aus um Eisenfuß anzuwerben.

Asgard bietet dem Dorf von Sieglind seine Hilfe an - gegen Bares natürlich ;)

Die Fischersfrau Kristen bietet ihr Schiff für die Jagd an und auch Sven der Skalde (Dichter, Sänger) und ehemaliger Seemann schließt sich dem Trupp an – Sieglind hatte sich heimlich an Bord geschlichen. Asgard, Gözlin und Kristen rüsten das Schiff mit Pfählen und Metallplatten an der Außenwand für einen Kampf gegen das Ungetüm und am nächsten Morgen läuft es aus.

Die Gruppe segelt in den Gewässern, in denen der Krokken sein Unwesen treiben soll, und stoßen auch nach und nach auf Spuren – sie locken ihn mit Blut, Eingeweiden und anderem an und greifen ihn an, doch natürlich ist der Krokken nicht dumm oder gar leicht zu besiegen... ;)

So weit mal zur Story, die sich mit der Jagd nach dem Krokken noch etwas mehr entfaltet und Asgard und seiner Gruppe ordentlich zusetzt.

Gözlin stellt sich dem Krokken

Der Comic wurde in recht schlichtem Stil gezeichnet und coloriert, bringt aber dennoch die Szenen sehr gut rüber und hat auch einige Details in den Hintergründen zu bieten. Er wurde durchgängig digital coloriert und hat einen sehr klassischen Colorationsstil, der manchmal an ältere Comics erinnert.

Die Panels wurden sehr gut aufgebaut und bilden mit der Story einen schönen Lesefluss, der dem Geschichtenfaden ordentlich folgen kann.

Sven erzählt vom Ragnarök - dem Ende der Welt

Wie von Splitter nicht anders gewohnt bekommt man hier wieder einen schönen Vierfarbdruck auf leicht satiniertem Papier und einen fadengehefteten Buchblock in einem Hardcover – qualitativ wieder erste Sahne!

Auf ihrer weiteren Reise kommen sie in eisige Gefilde

 

Random Fact:

Skræling war bei den alten Wikingern eigentlich der Begriff für die amerikanischen und grönländischen Ureinwohner und bedeutet etwa „schwacher/hässlicher Mensch“ – hier wird es für alles verwendet, was ein „Nicht-Wikinger“ oder ein Mensch mit Handicap ist; ebenso für jemanden, der von den Göttern gestraft oder gezeichnet wurde.

Auf einem Schiff, welches im Eis gefangen und dessen Besatzung tot ist, suchen sie Zuflucht.

 

Eigene Meinung:

Bei Asgard erwartete mich ein gänzlich anderer Comic, als ich erst dachte – ich kaufe Comics meist nach der Optik und wenn was mit nordischer Mythologie eingeflossen ist, dann ist es eh ein Must-have für mich ;) Ich hatte mich also im Vorfeld über die Story nicht informiert, weil ich mich gerne überraschen lasse – das Cover gaukelte mir also etwas vor, á la ein Wikinger versucht Asgard zu erobern, oder so xD

Obwohl die Story also gänzlich anders war, war sie dennoch recht spannend und bot mal wieder einen anderen Einblick in das Leben der Nordmänner und deren Bräuche. Stil und Coloration sind nicht ganz mein Geschmack gewesen, aber für einen dicken Einzelband zu verschmerzen.

 

Preis-Leistung stimmt jedenfalls und deswegen gibt’s von mir auch 4 von 5 Krokken ;)

von Tatze