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Vagabond (Manga)

"Vagabond" Band 1 bis 37 - bis dato komplett

 

Eckdaten:

Originaltitel: Vagabond

Titel auf Japanisch: バガボンド

Story: zum Teil Eiji Yoshikawa, zum Teil Inoue Takehiko

Zeichnungen: Inoue Takehiko

Verlag: Egmont

Erscheinungsdatum: seit 6/2002 (in Japan seit X/1998)

Preis: 6,50€ (steigert sich bei den späteren Bänden auf bis zu 8,50€)

ISBN: 978-3-89885-660-7

Anzahl der Bände: 37 (pausiert)

 

Über den Manga/Mangaka:

Die Story von Vagabond basiert auf dem Roman Miyamoto Musashi von Eiji Yoshikawa (*11.8.1892; †7.9.1962), der eine recht freie Biografie über den Samurai aus dem 16. Jahrhundert ist – nicht alle Erlebnisse sind demnach belegt bzw. so geschehen, ebenso sind die Personen die darin vorkommen nicht alle existent gewesen. Einzig Musashi, der Mönch Takuan, Sasaki Koujiro und einige andere sind historisch belegte Personen.

Eiji Yoshikawa schrieb einige historische Romane und gehört zu den bekanntesten Schriftstellern in Japan. Sein Werk Musashi wurde u.a. auch ins Deutsche und Englische übersetzt.

Das Cover des ersten Bandes

Inoue Takehiko hatte es sich zur Aufgabe gemacht das Meisterwerk von Yoshikawa zu einem Manga zu machen und widmet sich bereits seit 20 Jahren (mit einigen Unterbrechungen) dem jungen Musashi.

Geboren wurde Takehiko am 12.1.1967 in Okuchi in der Präfektur Kagoshima. Er arbeitete als Assistent für Tsukasa Hojo (u.a. City Hunter und Cat’s Eye/Katzenaugen bzw. Ein Supertrio) und hatte 1988 mit Purple Kaede sein Debüt. Seine erste richtige Serie war 1989 Carmeleon Jail.

Von 1990 bis 1996 widmete er sich einem seiner größten Werke: Slam Dunk, in dem er seine Liebe zu Basketball verewigte. Die Serie bekam 31 Bände und wurde auch als Anime verfilmt – bei uns erschienen die ersten acht Bände bei Panini, wurde dann aber leider wegen mangelnder Verkaufszahlen eingestellt.

Er zeichnete auch einige kürzere Geschichten, wie Baby Face, Buzz Beater (ebenfalls ein Basketball-Manga), Piercing und wirkte in der Anthologie Adidas Manga Feaver mit.

1998 startete er dann Vagabond und widmete die folgenden Jahre dem jungen Samurai. Mit einigen Unterbrechungen (und einer bereits seit 2015 andauernden Pause) bekam die Serie bisher 37 Bände zusammen und erfreut sich in Japan großer Beliebtheit; er wurde dafür 2002 sogar mit dem Osamu Tezuka Culture Award ausgezeichnet. Bei uns ist der Manga eher ein Geheimtipp, denn offenbar läuft das Samurai-Genre nicht ganz so gut und die Serie bekam mit den späteren Bänden nur noch eine einzige Auflage.

2001 startete Takehiko mit Real erneut einen Basketball-Manga, der bisher 14 Bände hat und ebenfalls noch läuft; leider aber auch ebenfalls pausiert. Dieser Manga behandelt Basketball mal anders und fokussiert sich auf Menschen die im Rollstuhl spielen.

Nebenbei hat er für das Spiel Lost Odyssey das Charakterdesign entworfen.

Einige der Pausen entstanden durch Stress, bzw. Krankheit bei Takehiko; die jetzige Pause macht er allerdings, weil er die Geschichte des Manga nicht forcieren möchte – er möchte sich damit Zeit lassen und erst wieder zeichnen, wenn er sich dazu bereit fühlt. Schade (und auch etwas ärgerlich) für die Fans, aber ändern kann man es ja leider nicht.

Die Rückseite des Manga

Durch die kleineren Auflagen des Manga bekommt man etwa die Hälfte der Serie noch zum Neupreis, der Rest jedoch ist nur noch gebraucht und teilweise zu horrenden Preisen zu erstehen (besonders die Bände 34 und 35 betrifft das, die teilweise nirgends mehr verfügbar sind).

In den USA wird der Manga von VIZ Media verlegt und bekommt in der sog. VIZBIG Edition, die je drei Bände enthält, sogar eine weitere Veröffentlichung – wer sich also an der englischen Sprache nicht stört, sollte bei Neuanfang der Serie evtl. darauf zurückgreifen.

 

Inhalt:

Der 17jährige Takezo erwacht nach der Sekigahara-Schlacht auf dem Schlachtfeld und ist einer der wenigen Überlebenden. Zufällig stößt er auf seinen Freund Matahachi, der ebenfalls mit in die Schlacht gezogen war, und gemeinsam wollen sie sich auf den Nachhauseweg in das Dorf Miyamoto machen.

Takezo liegt auf dem Schlachtfeld Sein Freund Matahachi hat ebenfalls überlebt

Der Heimweg ist allerdings alles andere als einfach, denn die gegnerische Partei sucht nach Überlebenden um sie zu töten und natürlich werden die beiden jungen Krieger mit solchen feindlichen Samurai konfrontiert. Takezo, der schon immer ein wilder und kämpferischer Bursche war, verteidigt sie gegen solche Samurai und verletzt, müde und hungrig schleppen die beiden Freunde sich weiter.

Samurai der gegnerischen Armee suchen nach Überlebenden und jagen sie Doch Takezo weiß sich zu wehren

Takezo macht sich selbst und seinem Freund Mut und sie beschließen starke Krieger zu werden. Als sie fast am Ende sind werden sie von Okou und ihrer Tochter Akemi aufgelesen und versorgt. Sie bleiben eine Weile bei den beiden und erfahren so, dass diese sich bei den Toten an Waffen und Rüstungen bedienen und sie verkaufen.

Nach ein paar Tagen des Ausruhens möchten die beiden jungen Männer eigentlich weiterziehen, doch Okou versucht sie – besonders Takezo – zu bezirzen um sie am Gehen zu hindern. Als der Bergsamurai Tsujikaze Tenma bei der Hütte auftaucht und Okou und Akemi bedroht beschließen Takezo und Matahachi ihn auszuschalten. Sie töten viele seiner Männer und Takezo erschlägt Tenma. Doch Okou ist wenig begeistert, denn sie fürchtet die Rache von Tenmas kleinem Bruder Kohei.

Takezo macht sich selbst Mut um stärker zu werden und zu überleben Bei Okou und Akemi finden die beiden jugnen Männer Unterschlupf

Matahachi beschließt schließlich ins Dorf zurück zu kehren doch Takezo möchte durchs Land ziehen und stärker werden. Jedoch durchkreuzen die Leute von Tsukijaze erst mal ihren Plan und während Takezo sich gegen die Gruppe durchsetzt verschwindet Matahachi heimlich mit Okou und Akemi.

Bevor Takezo seinen Plan, durchs Land zu ziehen wahr macht, macht er jedoch erst einen Abstecher in seinem alten Heimatdorf. Er will Matahachis Mutter wissen lassen, dass ihr Sohn überlebt hat; zu blöd, dass die alte Schachtel ihn auf den Tod nicht ausstehen kann und sämtliche Leute auf ihn hetzt.

Takezo denkt oft an seine Kindheit und seinen Vater zurück, der ebenfalls Samurai war Takezo kann sich gegen die Bergsamurai von Tsujikaze Tenma, und Tenma selbst, behaupten

Takezo muss sich also alleine durch den Wald schlagen und versucht zu überleben. Er trifft dabei auf seine Kindheitsfreundin und Matahachis Verlobte Otsu, sowie auf den Mönch Takuan; beide sind Schlüsselfiguren zu seiner Weiterentwicklung zu Musashi.

Doch kann Takezo dem Zorn der alten Frau entkommen? Kann er seinen inneren Kampf gegen seinen Vater gewinnen und sich seinem Ziel „Unter dem Himmel kein Zweiter“ nähern? Das und viel mehr erfahrt ihr in Vagabond.

 

Eigene Meinung:

Vagabond ist einer meiner absoluten Favoriten unter den Manga schlechthin und begleitet mich seit knapp nach dem Release des ersten Bandes. Damals war er mit seinen 6,50€ einer der teuersten Manga in meiner Sammlung (das meiste hatte bis dato 9,95DM bzw. dann 5€ gekostet), hat jedoch mit seinen Farbseiten immer gepunktet; und war es einfach von der Story und dem Zeichenstil her für mich wert.

 

Die Verwandlung von Takezo zu Musashi ist vielschichtig und erst der Anfang einer langen Reise zu einem der größten Krieger, der je gelebt hat – mit dem ersten Band kratzt man nur oberflächlich an der Person des Musashi und seinem Werdegang als Rounin, allerdings wollte ich auch nicht zu viel verraten und beschränkte mich daher lediglich auf die Ereignisse des ersten Bandes.

Inoue Takehiko hielt sich anfänglich noch genau an Yoshikawas Roman, lockerte das aber später zusehends und nahm sich mehr Freiheiten bei den Charakteren und Geschehnissen.

 

Takehiko hat einen ganz speziellen Zeichenstil und arbeitet nicht nur mit Federn, sondern auch mit Pinseln, was dem Manga einen ganz speziellen Touch gibt und ihn – neben dem Zeichenstil – zu etwas ganz besonderem macht.

Der Manga hat einen guten Spannungsaufbau, auch wenn es Phasen zwischendrin gibt die dem Leser langweiliger vorkommen mögen weil Musashi sich in „Denk-Phasen“ befindet. Das Paneling ist sauber und lässt keine Fragen für Zeit- und Ortswechsel offen, ebenso hat jeder Charakter auch seinen Wiedererkennungswert.

Takehiko setzt viele Striche für Schattierungen und auch Haare ein, weiß aber auch die Rasterfolien gut zu nutzen und nicht nur auf Schwarz und Weiß zu setzen. Die Farbseiten, die mit Aquarell gemalt werden, stechen besonders hervor und laden zum Bewundern ein.

 

Ich hatte ja mal bereits vor längerer Zeit ein Review zu den beiden Artbooks Sumi und Water von Inoue Takehiko gemacht, die sich genau mit dem Thema Tusche bzw. Aquarell befassen – beides sehr schöne und kraftvolle Werke zu Vagabond.

 

Der Manga überzeugt auch in Druck und Bindung, auch wenn es sehr schade ist, dass ab dem 22. Band keine Farbseiten mehr erschienen sind. Manch einer regt sich dann über die steigenden Preise auf, doch man muss immer bedenken, dass auch die Produktion teurer wird. Den Farbseiten trauere ich allerdings sehr nach; ich persönlich hätte gerne auch mehr für den Manga bezahlt, wenn wir statt dessen weiterhin Farbseiten bekommen hätten.

Trotzdem wurde der Manga gut verarbeitet und auch das Layout des Umschlags orientiert sich am japanischen Original.

 

Den Manga kann ich eigentlich jedem Fan von historischen Geschichten und Samurai empfehlen (gerade von letzteren haben wir auf dem deutschen Markt nicht gerade viele), aber auch Leuten die einen guten Zeichenstil schätzen – leider stürzt man sich inzwischen mit der deutschsprachigen Ausgabe bei manchen Bänden in den Ruin, aber er ist es allemal wert!

 

Deswegen bekommt der Manga von mir 5 von 5 Rounin =)

von Tatze
Kategorie: Manga